Schraube Bremssattel (Knallfrosch eskalierte Reparturen, Episode xxxx)

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    • Schraube Bremssattel (Knallfrosch eskalierte Reparturen, Episode xxxx)

      Hi zusammen,
      da wollte ich doch einfach nur bei der "neuen" ZwEnte (ZweitEnte) neue Bremsbeläge draufmachen, bissl sauber machen, Bremsflüssigkeit wechseln und so.
      Und weil ich weiß, dass ich manchmal ein bisschen zu "grobe Kraft" in den Handgelenken habe, habe ich mir extra nen kleinen Drehmomentschlüssel besorgt...

      Vorne alles fertig, Schrauben auf Drehmoment angezogen, gelächelt.

      Hinten alles fertig, Schrauben auf Drehmoment... *knack*, reißt die eine von den beiden Bremssattelhalteschrauben ab.
      Die Nr 23 hier --> zsf-motorrad.de/en/Spares/NTV650K-G/F-12-REAR-BRAKE-CALIPER

      Warum um himmels willen macht die das (noch weit vor den 27Nm, die sie haben sollte)? Andererseits bin ich natürlich froh, wenn sie das in der Garage macht und nicht auf der Straße...

      Also fummel,bastel,ärger... Stück hinten drin lässt sich so nicht drehen.
      Also Bremssattel wieder los -- dummerweise ragt genug von der Schraube nach vorne raus, dass ich den Bremssattel nicht zwischen der Scheibe und der Halterung rausbekomm.
      Dezentes Fluchen. Mein Sohn (für den die Kiste ja ist) verkrümelt sich lieber.

      Hinterrad raus, Bremsscheibe runter, Halter (Nr. 12 auf der Zeichnung) vom Bremssattel abgebaut und zum nächsten Schraubstock, weil der Schraubenrest sich nicht drehen lässt. Das was rausragt, war zwar genug, dass ich den Sattel nicht freibekommen habe, ohne die Scheibe auszubauen. Aber es reicht nicht, dass ich es mit einer Zange packen kann... war irgendwie klar, wer hätte es anders erwartet?

      Vorsichtig mit 2er Bohrer zwei Löcher nebeneinander in die Schraube gebohrt, Schraubenzieher vorsichtig reingeschlagen und Schraubenrest rausgedreht.

      Und dann alles wieder zusammen. Nur fehlt mir jetzt die Schraube.

      Und dummerweise hat zumindest ZSF die nicht bestellbar =O . Ist das die gleiche wie beim vorderen Bremssattel? Da haben sie die nämlich in der Liste...

      Ich vermute mal, eine andere M8 auf die passende Länge abzusägen ist keine gute Alternative, oder? (Das ist nicht wirklich ernstgemeint. Ohne eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von jemandem der was davon versteht, würde ich das an der Bremse WIRKLICH nicht machen.)

      Hat jemand sowas rumfliegen? Vorzugsweise eine, die nicht schon von vornherein überdreht ist...

      grumpft.
      Knallfrosch.
      Mist, zu kurz. Säg ich halt ein Stück dran...
    • Diese Best.Nr. 90107MS9000 FLANSCHENSCHRAUBE, 8X25 ist bei den anderen auch nicht mehr bestellbar. ?(
      Gruß der Peter



      JT-Teilnahmen:
      2007 ~ Creglingen ¦ 2008 Norwegen ~ Fischen (Oberbernhards) ¦ 2009 ~ Drangstedt ¦ 2010 ~ Berkastel-Kues ¦ 2011 ~ Neidenberga ¦ 2012 ~ Titisee ¦ 2013 ~ Norwegen - Fischen (Antweiler) ¦ 2014 ~ Drangstedt ¦ 2015 ~ Neidenberga ¦ 2016 ~ OP :( (Creglingen) ¦ 2017 ~ Kroatien (Weidenbach)¦ 2018 ~ Neidenberga¦ 2019 ~ Drangstedt (leider nicht) ¦ 2020 ~ Süden ¦ 2021 ~ Westen ¦
    • Da kannst du unbesorgt eine andere passende Schraube verwenden.
      Sie sollte ne ähnliche Kopfform haben damit das Drehmoment etwa stimmt.
      Und dann nur mit 23-25NM anziehen, das genügt völlig. Einen Klecks Schraubensicherung kannst du dran machen wenn sichs für dich besser anfühlt.
      Abgerissen ist die, weil da jemand nen Vorschaden eingebaut hat. Die 27NM sind eh schon reichlich mutig, wenn da einer noch eins draufsetzt wars das. Und das passiert oft... weil Bremse super-wichtig, also super festziehen. Ok, manchmal sind auch die Drehmomentschlüssel nicht ganz unschuldig... sowas muss regelmässig gewartet und geprüft werden wenn die Werte wirklich stimmen sollen.
      Tunerlatein:
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    • Hi,
      danke Michael!!
      8x25 mit 1,25 Steigung ist ja recht Standard.
      Verzinkter Stahl in 10.9?

      Drehmomentschlüssel: der ist funkelnagelneu. Zugegeben kein Profiwerkzeug sondern von der Tante. Geht bis 24nm... War grad im Angebot und ich dachte mach mal vernünftig... (Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert)

      Ich hatte nur 20Nm eingestellt als die Schraube die Mücke gemacht hat.

      Und heut hatte ich das gleiche mit einer Ventildeckelschraube, bei 10nm... :cursing:
      Immerhin ging da der Rest ganz leicht rauszudrehen... da steckt jetzt ne 6er Schraube mit ner Karosseriescheibe und ein wenig Dichtmittel drin...

      Bei den anderen Ventildeckelschrauben bin ich dann wie üblich vorgegangen -- mit der Hand und nem kurzen Schlüssel bis zum "Anschlag" und dann ein bisschen.

      Entweder hat bei dem Möppi es der Vorbesitzer wirklich arg gut gemeint mit den Schrauben oder der Drehmomentschlüssel ist für den... :thumbdown:
      Mist, zu kurz. Säg ich halt ein Stück dran...
    • Den Schlüssel kannst du selber ausreichend genau testen:
      Drehmoment ist Newton mal Meter. Also in einen Schraubstock spannen und ein Gewicht dranhängen zum messen.
      Möglichst bei 1/3 und 2/3 des Verstellbereichs testen.. .dann weißt du woran du bist.
      Günstig muss da keineswegs schlecht sein... teuer ist allerdings (fast) immer gut. Edelteile lohnen sich aber für Hobbyschrauber einfach nicht zumal man eigentlich mind. 2 davon braucht. Also z.B. bis 30NM und bis meinetwegen 180NM.
      Proxxon ist fürs Geld rel. gut... nur so als Tipp.

      10.9 ist gar nicht nötig. Zumal "festere" Schrauben oft auch spröder sind. Serie ist da nichts spezielles verbaut, ich hab da überall Ti drin und das mal getestet. Ist alles ganz normales 8.8.
      Die etwas höheren Drehmoment im Vergleich zu unseren deutschen Normwerten kommen nur durch den größeren Kopf bzw. das aufgetragene Sicherungsmittel. Nicht hysterisch werden, im Zweifel bis 10% unterm WHB-Wert bleiben, das passt schon. Da sind überall Minimum 3-fache Sicherheit eingerechnet. Es geht sehr viel mehr durch "zu fest" kaputt als durch zu lose oder verloren.
      Wirklich ernst muss man nur Pleuel- und Zylinderkopfschrauben nehmen....

      ,
      Tunerlatein:
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    • Hi,

      hmmm... in der Theorie ist das ja ganz einfach mit dem Drehmomentschlüssel. Praktisch... *naja*

      Habe ne 8er Schraube mit ein paar gekonterten Muttern drauf im Schraubstock eingespannt, damit ich keine Nuss kaputtdrücke.

      Eigengewicht des Schlüssels sind ca. 600g, Länge 28cm. Bleibt die Frage, was der "auf sich selbst" für ein Drehmoment auslöst. Daumenpeilung:
      500g (5N) bei 25cm Abstand wären 1,25Nm. Und das wäre worst case, tatsächlich scheint das Gewicht über die Länge ziemlich gleichverteilt, rechnen wir also mal mit etwa 1Nm.

      Wenn ich bei 4Nm Einstellung 1kg (Mineralwasserflasche, wo ich einen kleinen Schluck abgetrunken habe...) auf 25cm hänge, löst er so grade aus. Macht alleine 4, plus das Eigengewicht, sind dann also so 5Nm. Schaut also bei Minimaleinstellung soweit schonmal gut aus.

      Dummerweise hab ich kein vernünftiges 5kg Gewicht oder so gefunden, also habe ich eine 1,30m lange Holzlatte mit einer kleinen Schraubzwinge dran festgemacht. Die löst witzigerweise grade so bei eingestellten 4Nm durch ihr Eigengewicht aus, also habe ich die obigen 5Nm.
      Das müsste beim Rest jetzt konstant als Grundwert dazukommen, wenn mein mechanisches Verständnis mich nicht verwirrt.

      Jetzt habe ich gemessen:
      Einstellung 8Nm: Wasserflasche auf 36cm. Rechnung: 5Nm + 0,36*10 = 8,6Nm "real"
      Einstellung 12Nm: Wasserflasche auf 86cm, Rechnerisch: 13,6Nm
      Dann bin ich auf 2 Flaschen umgestiegen :)
      Einstellung 16Nm: 2 Wasserflaschen auf 54cm, Rechnerisch: 15,4Mn
      Einstellung 20Nm: 2 Wasserflaschen auf 70cm, Rechnerisch: 19Nm

      Also das ist eigentlich besser, als ich erwartet hätte -- vor allem, wenn man die wahrscheinlich nicht ganz so kleinen Messfehler, die ich gebaut habe, berücksichtigt.
      Ist zumindest nicht um Größenordnungen verkehrt und scheint eher nach unten als nach oben abzuweichen.


      Seufz, dann hat die ZwEnte wohl früher einem Grobmotoriker gehört -- da kann ich mich dann ja mittelfristig auf Spaß einstellen. (Wobei ich das, was ich so direkt in Sachen Wartung machen wollte, jetzt durch habe :-)).
      Und ich werde wohl, so wie Michael schreibt, grundsätzlich gegenüber der Tabelle ein wenig was abziehen...

      Pleuel / Zylinderkopfschrauben: also *da* lass ich wirklich meine Finger von. Sind Zylinderkopfschrauben nicht sowieso so Dinger, die sich beim Einschrauben "längen" sollen und als Federn agieren? Ich meine, mal gelesen zu haben, wenn man die löst, müsse man grundsätzlich unbedingt neue nehmen. Oder gilt das nur für Automotoren?
      Mist, zu kurz. Säg ich halt ein Stück dran...
    • knallfrosch wrote:

      Sind Zylinderkopfschrauben nicht sowieso so Dinger, die sich beim Einschrauben "längen" sollen und als Federn agieren? Ich meine, mal gelesen zu haben, wenn man die löst, müsse man grundsätzlich unbedingt neue nehmen. Oder gilt das nur für Automotoren?
      Sowas gibt es...aber nicht bei der NTV.
      Selbst die Pleuelschrauben verwende ich völlig unerschrocken ein zweites oder drittes Mal.

      Die Werte des Schlüssels sehen gut aus.
      Tunerlatein:
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    • ... so. Sollte mal jemand noch in das gleiche Problem laufen, dass ihm die Schraube am hinteren Bremssattel abreißt und er ein Ersatzteil braucht.

      Unser lokaler Eisenkarl war mit Flanscchrauben nicht wirklich gut sortiert. Also habe ich zunächst mal aus einer 8x30 Sechskant mit Unterlegscheibe was gebastelt (passend zur originalen Schraube das Gewinde abgesägt und angefeilt. Ist aber optisch nicht wirklich lecker, ausserdem fehlt dann ja vorne die Verzinkung...

      Deswegen habe ich mich weiter umgesucht und Förch 1076 8x25 Schrauben gefunden. Die sind größentechnisch sehr nah am Original, haben nur keine 12er sondern eine 13er Schlüsselweite und der "Kragen" ist etwas breiter. Und habe einen Ebayer gefunden, der sie a 10 Stück verkauft.

      Schaut so aus (links original, mitte "selbstgesägt", rechts Förch.
      schraub2.jpg

      und ja: die originale sieht etwas länger aus. Die *ist* etwas länger als 25mm. Entweder gehört das so oder die, die noch heil war, ist auch schon "gedehnt".
      Insofern habe ich beide ausgetauscht.

      Am Mopped sieht es dann so aus:
      schraub3.jpg

      Lieben Gruß
      Knallfrosch.
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      • schraub1.jpg

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      Mist, zu kurz. Säg ich halt ein Stück dran...
    • knallfrosch wrote:

      Entweder gehört das so oder die, die noch heil war, ist auch schon "gedehnt".
      Man sieht mit blossen Auge dass die Schraube im Bereich der Gewindes nahe des Kopfes überdehnt ist....
      Genau so seh ich das hier fast jeden Monat mal, vorwiegend am vorderen Sattel.
      Tunerlatein:
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